Einige Gedanken zum Jahreswechsel

Es wird wohl vielen so gehen, dass sie am Ende eines Jahres einen Strich ziehen und sich überlegen, was im neuen Jahr besser oder zumindest anders werden soll. Auch ich habe das getan. Nach einem äußerst turbulenten 2021 war das auch mehr als nötig: einfach mal hinsetzen und reflektieren. Familie, Job, Wohnort – fast alles hatte sich verändert und manches verlor ich (zwangsläufig) aus den Augen.

Nun habe ich hier ja auch schon beschrieben, dass ich von guten Vorsätzen wenig halte und stattdessen lieber ein Jahresthema formuliere, das mich bei meinen Entscheidungen leiten soll. Es geht nicht darum, konkrete Ziele für ein komplettes Jahr zu formulieren, da das einfach sehr schnell demotivierend sein kann. Bin ich gescheitert, wenn ich mir vornehme, 10 Kilo abzunehmen und es am Ende nur 8 sind? Sicher nicht. Stattdessen formuliere ich lieber einige Leitplanken, die mich das Jahr über in meinen Entscheidungen unterstützen sollen und auch helfen, Prioritäten zu setzen. Wer das Prozedere genauer kennenlernen möchte, findet hier den Artikel aus dem letzten Jahr.

Von neuen Horizonten zu tieferen Wurzeln

2021 war für mich das Jahr der neuen Horizonte und oh, boy hat es seinem Namen alle Ehre gemacht. Es war schnell klar, dass 2022 nicht wieder ein so turbulentes Jahr werden soll, da das einfach ein bisschen viel des Guten war.

Und gleichzeitig sind Sachen wie dieser Blog hier ein bisschen zu kurz gekommen. Ja, ich habe dennoch einigermaßen regelmäßig hier veröffentlicht. Aber eben auch nicht immer in der Qualität, die mir wichtig ist. Und schon gar nicht mit dem geistigen Commitment, dass ich gern hier reinstecken möchte.

Ich blogge jetzt lang genug, um auch mit nicht so viel Konzentration einen passablen Text hinzubekommen. Aber macht mich das stolz? Nein. Auf der anderen Seite habe ich hier von Anfang an tendenziell längere Texte geschrieben. Teilweise auch sehr lange. Ich hatte stets den Anspruch, Themen von A bis Z abzudecken. Klar, es gibt auch kurze Artikel, Experimente hier und da. Aber im Großen und Ganzen habe ich immer wieder lange, ausführliche Artikel geschrieben.

5 Schritte für 2022

Das war zum einen gut für die Entwicklung des Blogs, hat mich aber zum anderen auch selbst in meinem Wirken beschränkt. Ich habe über die Zeit einen sehr hohen Anspruch an meine Texte entwickelt und wenn ich das Gefühl hatte, diesen nicht einhalten zu können, weil ich z.B. gerade nicht so viel Zeit habe, habe ich lieber gar nicht geschrieben. Und das hat mich zunehmend geärgert.

Was ziehe ich daraus? Wie gehe ich damit um, viele Ideen und hohe Ansprüche, aber wenig Zeit zu haben? Ich denke, dass ich mit einer Reihe an Maßnahmen darauf reagiere:

  • Ich will offener sein, nicht so festgelegt auf eine bestimmte Form von Content, die ich als passend für den Blog erachte.
  • Ich versuche die Umstände mehr zu akzeptieren. Wenn man viele Interessen und Aufgabengebiete hat, ist es zwangsläufig so, dass man nicht allen immer gerecht werden kann und auch nicht immer so viel Zeit reinsteckt, wie man vielleicht möchte.
  • Ich werde einfach das weiter machen, was ich bisher schon mache. Keine großen neuen Experimente für die nähere Zukunft (okay, eine große Änderung wird es demnächst geben, aber dazu komme ich, wenn es so weit ist).
  • Ich werde einfach versuchen, so viel wie möglich zu schreiben. An Ideen mangelt es mir nicht.
  • Damit das klappt, soll es in Zukunft auch vermehrt Kurzes und Unfertiges hier geben. Nicht jeder Artikel muss tausende Wörter umfassen, um hilfreich zu sein. Manchmal ist es ein einziger Gedanke, der Menschen hilft. Und außerdem gibt es hier auch immer wieder tolle Kommentare. Wieso also nicht auch Ideen oder Unfertiges vorstellen und dann über die Zeit mit eurem Feedback weiterentwickeln?

Auf ein produktiv-stressfreies 2022.


Photo by Luba Ertel on Unsplash

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